Womit kann Design Thinking gefördert werden?

Die Grundzüge im Design Thinking sind überschaubar und relativ einfach in der Umsetzung. Theoretisch zumindest, denn menschliche Verhaltensweisen kann man nicht immer so leicht ablegen. Insbesondere, wenn sie einem nicht bewusst sind. Deshalb ist es so wichtig, das Verhalten der Teilnehmer, aber auch sich selbst, zu beobachten.

Meist entdeckt man früher oder später auch die Fehler im eigenen Verhalten. Jetzt heißt es, sein Verhalten zu ändern. Das muss nicht sofort und im großen Stil passieren. Kleine Schritte sind da sehr viel effektiver. Allen voran diese, die erstmal nicht weh tun. Weil sie die (eigene) Persönlichkeit nicht angreifen, aber trotzdem wirkungsvoll sind.

Jeder hat das Recht Fehler zu machen. Das betrifft auch die Grundzüge im Design Thinking. Falsch, es IST eines der Grundzüge.

Dass heißt, zuallererst die Fehlerkultur zu verändern. Wenn dies gelingt, gepaart mit Toleranz und Verständnis, steht einem erfolgreichem Abschluss nichts im Wege. Auch wenn vielleicht nicht alles glatt lief.

Denn nach dem Projekt ist vor dem Projekt. Viel Erfolg bei der Umsetzung.

Hier die ersten Schritte, die einfach in der Handhabung sind und mit ein bisschen Geduld leicht umsetzbar. Sie betreffen zuallererst die praktische Umsetzung – noch nicht das Mindset. Dies zu ändern stellt insbesondere Führungskräfte vor eine große Herausforderung, auf die ich in einem weiteren Beitrag eingehen werde. Auch wie die Menschen dann in den weiteren Phasen zusammenarbeiten ist stark vom richtigen Mindset abhängig. Dazu später mehr.

Deshalb erst mal mit einfachen Schritten die Basics schaffen, sozusagen die Rahmenbedingungen.
  • Der Projektleiter stellt ein Team zusammen, welches aus Mitarbeitern der betroffenen Abteilung aber auch aus anderen Abteilungen, sowie Kunden und Berater besteht.
  • Ein interdisziplinäres Team zusammen zu stellen, sollte erst mal nicht so schwer sein. Auch wenn die Personen sich sträuben, so sollten sie doch zur Teilnahme ermutigt werden. Eine gute Vorbesprechung hilft Ängste und Vorurteile abzubauen.
  • Ein besonderer Vorteil ist, wenn die Teilnehmer unterschiedliche Charaktereigenschaften mitbringen. Analytisches Denken, ausgeprägte Empathie, organisatorische Begabung sowie Kreativität und Einfallsreichtum fördern den Prozess. Ein homogenes Team hat von allem etwas.
  • Unternehmen sollten allen Teilnehmern des Design Thinking Prozesses so viele Daten und Informationen wie möglich zur Verfügung stellen. Jeder Beteiligte sollte alles, was er zum Projekt wissen sollte, auch wissen.
  • Teilnehmer sollten ermutigt, bzw. aufgefordert werden alle, ihnen zur Verfügung stehenden analogen und digitalen Tools zu nutzen.
  • Die Experten werden angehalten, ihr Wissen mit den anderen zu teilen. Und zwar in einer Form, die auch Laien verstehen, also ohne Fachchinesisch.
  • Das gemeinsame Ziel, die Vision kann und sollte immer mal wieder erwähnt, bzw. in Erinnerung gerufen werden. Wenn der Fokus verloren ging, so findet er sich wieder.

Ein weiterer Punkt, der oftmals nicht so leicht umsetzbar ist, sind die zu Verfügung stehenden Räumlichkeiten in denen der Design Thinking Prozess stattfinden soll. Denn nicht jedem Unternehmen steht ein externer Raum zur Verfügung, der auch noch eine ansprechende Größe hat.

Aber auch hier zählen die kleinen Verbesserungen.
  • Wer sich körperlich bewegt, ist ausgelassener und lebt gesünder. Mitarbeiter die gesund und entspannter sind, sind produktiver. Ideen können besser sprießen. Ängste werden nicht so sehr wahrgenommen. Durch die Bewegung wird Adrenalin abgebaut. Zwar nur in kleinen Dosen, aber immerhin mehr als im sitzen.
  • Innovationsräume sollten die körperliche Bewegung fördern, aber auch die Basis gesunder Ernährung schaffen. Zum Beispiel durch eine Pausenecke mit gesunden Getränken oder täglich frischem Obst.
  • Wenn ein Raum vorhanden ist, dann sollte er nicht weiß und farblos sein. Eine etwas farbenfrohere Einrichtung kann inspirierend sein. Gerade „fröhliche“ Kunst an den Wänden kann die Kreativität fördern. Natürliche Element zum Beispiel aus Holz oder angenehme Textilien sorgen für Entspannung und Wohlbefinden. Beachten sie aber, dass Farben auch Emotionen auslösen. Dies sollte natürlich berücksichtigt werden.
  • Jedes Unternehmen sollte ein Repertoire an Werkzeugen haben, die den Einfallsreichtum der Menschen unterstützt. Dazu gehören neben Tools wie Flipcharts, Postits und Stifte etc. auch Materialien, wie Knete oder Legos die sich zum Bau der Prototypen eignen.

Das alles nützt überhaupt nichts, wenn nicht parallel dazu am eigenen Mindset gearbeitet wird. Der respektvolle Umgang miteinander ist absolut notwendig, da nur dadurch die Menschen angstfrei und ungezwungen handeln können. Dieses handeln ist Voraussetzung für Innovationen.


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