Wie kann Empathie die Motivation beeinflussen?

Ihr fragt euch sicherlich, worin überhaupt der Zusammenhang besteht zwischen Empathie und Motivation. Das eine ist doch Mitgefühl, das andere hat doch mit Tatendrang zu tun und wird oft durch Belohnung hervorgerufen.

Es scheint, als ob diese beiden Dinge nicht zusammenspielen. Aber das ist nicht so.
Hier liest du…
  • Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl
  • Ist Mitleid das selbe wie Mitgefühl?
  • intrinsische und extrinsische Motivation
  • Bedeutung von innerer Motivation und von außen kommende Motivation
  • wird das Erreichen von Höchstleistung durch Motivation leichter?
  • Demotivation – die Lust am Handeln verlieren

Zuallererst möchte ich kurz den Unterschied zwischen Empathie und Mitgefühl erklären. Aber auch die beiden unterschiedlichen Motivationsquellen die intrinsische und die extrinsische.

Beim Mitgefühl fühlst du die (oftmals heftige) Emotion einer anderen Person. Du hast Mitleid bei einem traurigen Ereignis oder kannst den Schmerz einer Verletzung mitfühlen. Aber auch die Freude über eine erfolgreiche Handlung kann dir auch Freude bereiten. Beim Mitgefühl spürst du einfach die Emotion eines anderen, so als ob du sie selbst erlebst.

angst gefühl emotion

Empathie hingegen ist die Fähigkeit sich in einen anderen Menschen hineinzuversetzen. Die Emotionen der Person müssen dabei nicht so stark sein. Oft sind sie kaum zu erkennen. Die betroffenen Personen spüren sie selbst kaum. Das kann ein schlecht gelaunter Kollege sein, der nicht mal selbst weiß, warum er jetzt schlechte Laune hat. Oder auch das Verständnis für Taten bzw. Handlungen einer Person. Die Beweggründe dahinter sind oft schwer zu erkennen, und nicht so offensichtlich wie zum Beispiel eine Verletzung durch einen Sturz.

Empathie zu haben, zu spüren und zu zeigen ist extrem schwierig. Die eigenen Befindlichkeiten spielen einfach zu stark mit. Oft interpretiert man zu viel, zu wenig, oder schlichtweg den falschen Beweggrund in eine Situation. Der Mensch neigt dazu, sich immer und ständig – oft in Sekunden – ein Urteil zu bilden. Diese Interpretation verankert sich in unser Gedächtnis und verhindert eine ehrliche Empathie. Nur mit Schwierigkeiten kann die erste Meinung „überschrieben“ werden.

Aber Empathie kann man trainieren. Indem man bewusst versucht das vermeintlich Offensichtliche (welches eigentlich nur deine Wahrnehmung ist) zu ignorieren um sich frei von Vorurteilen zu machen. Dieses Bewusstsein öffnet die Tore für Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Wer sein Mindset dahingehend öffnet unvoreingenommen zu sein – und nicht vergisst, dass jede Medaille zwei Seiten hat – dem fällt Empathie leichter. Wer nicht zulässt, dass der ersten Eindruck (ganz ohne geht’s halt nicht) sich fest im Gedächtnis verankert, lässt sich selbst die Möglichkeit der Meinungsänderung offen. Ein Zustand der generell für zwischenmenschliche Beziehungen – nicht nur beruflich, auch privat – von Vorteil ist.

Dieser Vorteil öffnet dir die Herzen zu deinen Mitmenschen.

Es soll tatsächlich Leute geben, die sich im Beruf anders verhalten als im Privatleben. Mir fällst es schwer das zu glauben, da es für mich undenkbar wäre. Oder mache ich das auch, und merke es nur nicht?

Es hat einfach mit dem Umfeld zu tun. Der Mensch ist anpassungsfähig.

Wir geben uns gegenüber Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften anders, als Menschen mit anderer Persönlichkeit. Unsere Anpassungsfähigkeit sorgt dafür, dass Interaktionen untereinander, unterschiedlich ausfallen. Je nach dem, mit wem wir es zu tun haben, können wir uns „verstellen“. Ich – und das ist meine persönliche Meinung – finde das zwar schrecklich. Seit ich darauf achte und mir darüber Gedanken mache, sehe ich selbst an mir unterschiedliche Verhaltensweisen.


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Diesen unterschiedlichen Verhaltensweisen haben wir auch die Unterschiede der Motivation zu verdanken. Da ist es ganz verständlich, dass Personen im Beruf demotiviert sind. Sobald sie ihrem Hobby nachgehen doch kaum zu bremsen. Demotivation in allem was wir freiwillig tun gibt es selten, bis gar nicht. In einer perfekten Welt wäre dieser Zustand auch im Berufsleben Standard. Leider ist das nicht so, obwohl viele (wahrscheinlich alle) Chefs dies so sehr wünschen. Denn jeder weiß, dass Höchstleistung nur durch Motivation zu erreichen ist.

Erstmal müssen wir zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterscheiden.

Die intrinsische Motivation kommt aus einem selbst. Sie wird ausgelöst durch eigenes Interesse und dessen Spaß daran. Belohnung ist ein angenehmes Gefühl, welches der Nährboden für weitere Motivation ist.

Die extrinsische Motivation ist, meiner Meinung nach, eigentlich keine. Sie wird gefördert durch Belohnung, da sie einem anderen dient. Ich fühle mich dadurch eher durch Pflichtbewusstsein und Disziplin getrieben.

Leider ist der Übergang sehr schwammig und nicht immer spürbar. Bei einer erfolgreich abgewickelten Arbeit überkommt mich eine gewisse Genugtuung, die ich dann mit FREUDE verwechsle. Die könnte aber auch durch das vorherige schlechte Gewissen entstanden sein. Einfach, weil man etwas erledigt hat, das einem schon lange auf den Schultern lag.

Die dadurch entstandene Motivation ist nur von kurzer Dauer. Entstanden als vermeintlich intrinsische Motivation, hat sie sich zu einer von außen ausgelösten, also extrinsischen Motivation gewandelt.

Mist, wie bleib ich denn nun motiviert? Gibt es Motivation überhaupt? Verwechsle ich Motivation nicht einfach nur mit Spaß am Erfolg? Wie erhalte ich mir, oder meinen Mitarbeitern denn die Motivation? Oder reicht es einfach nur, mich oder die anderen nicht zu demotivieren?

Ich bin davon überzeugt, dass Demotivation, im Gegensatz zu Motivation, tatsächlich existiert. Sobald einem die Lust an einer Handlung genommen wird, und da spielt es keine Rolle, ob ich mir das selbst antue, oder einer anderen Person, ist es hin mit der Freude und somit auch mit der Motivation.

Das nagt auch am Selbstvertrauen. Und dieses gleicht einer empfindlichen Pflanze. Sie braucht einen bestimmten Nährboden um überhaupt zu gedeihen. Man kann sie düngen, hegen und pflegen und trotzdem wächst sie sehr langsam. Und wenn man ihr ständig Blätter raus reißt, oder auf ihr herumtrampelt stirbt sie irgendwann.

Bin ich faul? Lies was Melina von Vanilla Mind über Motivation geschrieben hat.

Die gute Nachricht. Unmittelbar daneben kann eine neue, stärkere Pflanze wachsen.

Sie profitiert von den Nährstoffen, die die zuvor verstorbene Blume zurück gelassen hat. Die organische Masse gibt der neuen Pflanze außerdem Halt. Ich liebe diese Metapher. Denn es zeigt mir bildlich, dass gerade das Scheitern Nährboden für neues Leben und Wachstum sein kann. Eine der Grundsätze im Design Thinking, die besagt, lieber früh Scheitern und trotzdem weiter machen, bis es passt.

Ein weiterer, wichtiger Punkt im Design Thinking: sei emphatisch!
Wachstum in Unternehmen

Leider habe ich nun viel über Empathie und Motivation geschrieben. Erklärt – in meinen Worten und mit meinen Gedanken – was die Unterschiede sind und wie ich das sehe. Die Frage wie Empathie nun die Motivation beeinflusst, kann in wenigen Punkten beantwortet werden.

  • Motivation kann nicht erarbeitet werden. Man kann sie nicht finden oder durch irgend etwas auslösen. Sie ist eigentlich immer da, solange sie nicht zerstört wird.
  • Empathie zeigen, also das Verständnis für die Bedürfnisse anderer, schützt die Motivation. Sie wird einfach NICHT zerstört.
  • Kurz gesagt, das NICHT Vorhanden sein von Demotivation sorgt automatisch für die Erhaltung von Motivation.
  • Empathie hilft dir, die Motivation anderer nicht zu zerstören.

Willst du wissen, wie man Menschen Freude an der Arbeit schenkt, lies hier weiter.

Nachtrag

Kinder sind von Geburt an motiviert. Ihr kleiner Körper und ihr starker Wille funktionieren hervorragend, ohne das sie darüber nachdenken. Erst mit der Zeit kommen nach und nach Zweifel an ihrer Persönlichkeit und an ihren Fertigkeiten und somit Demotivationen hinzu (die schlimmsten während des Schulbesuchs). Natürlich verstehen sie nach und nach, dass sie nicht ALLES können. Aber sie haben Talente, sogar reichlich. Wir sollten sie darin unterstützen, diese Talente zu entdecken. Dann macht ihnen die Arbeit auch Freude und bringt ihnen die Erkenntnis, dass Motivation einfach nur bedeutet, Spaß zu haben und somit zu lieben was man tut.

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