Wie können Unternehmen unzufriedene Mitarbeiter wieder motivieren?

  1. Warum Mitarbeiter unglücklich sind
  2. Woran man unzufriedene Mitarbeiter erkennt
  3. Was Unternehmer tun können um Mitarbeiter zu halten
  4. Was passiert, wenn Chefs mit Anreizen kommen
  5. Wie Mitarbeiter sich mit dem Unternehmen identifizieren
  6. Warum Beurteilungen kontraproduktiv sind
Gründe für UnzufriedenheitGründe für Zufriedenheit
schlechte Führungskräfte
niedrige Bezahlung
langweilige Aufgaben
unangenehme Kollegen
freundliche Kollegen
spannende Aufgaben
angemessenes Gehalt
aufgeschlossenes Management

Wenn ein Mitarbeiter Dienst nach Vorschrift macht, ist das für Unternehmen tragisch. Denn durch unmotivierte Arbeitnehmer geht viel Potenzial verloren. Das Schlimme daran, es bleibt meist nicht bei einem Mitarbeiter, sondern zieht einen nach dem andern herunter. Hat sich die Unzufriedenheit bereits eingeschlichen ist dringend Handlungsbedarf. Im optimalen Fall achten Chefs auf noch so kleine Hinweise um rechtzeitig einzugreifen.

1. Warum Mitarbeiter unglücklich sind!

Vielleicht sind es schlechte Erfahrungen mit den Kollegen. Oder das Gefühl übergangen zu werden. Eine hohe Erwartung in Bezug auf Karriere die nicht erfüllt wurde. Es gibt viele Gründe. Irgendwann resignieren die Menschen. Das Gefühl der Sinnlosigkeit überkommt sie.

Oftmals sind mehrere Mitarbeiter betroffen. Manche lassen es die Chefs spüren und werden aufmüpfig. Andere ziehen sich zurück. Versuchen die Emotionen nicht an sich ran zu lassen, was nicht gelingt. Der Frustpegel steigt in der Zwischenzeit weiter.

2. Was hat die Unzufriedenheit ausgelöst?

  • Konflikte im Team
  • schlechte Arbeitsatmosphäre
  • anspruchslose Arbeit
  • keine Work-Life-Balance
  • zu viele Überstunden, zu hoher Druck
  • private Probleme
  • Angst um den Arbeitsplatz
  • Unsicherheit gegenüber der eigenen Leistung
  • unfaire Arbeitsbedingungen unter den Mitarbeitern
  • fehlende Teamarbeit, Gefühl des Alleinkampfes

3. Was Unternehmer tun können!

Gespräche führen

Selbst einzelne, unglückliche Mitarbeiter können eine ganze Abteilung vergiften. Meist fängt es harmlos an. Wächst dann aber zu einem echten Problem heran. Um frühzeitig unglückliche Mitarbeiter zu erkennen und ihnen zu helfen, sind regelmäßige Gespräche notwendig.

Aufmerksam beobachten

Chefs mit Einfühlungsvermögen erkennen rechtzeitig die Signale. Sie machen regelmäßige Rundgänge. Sind aufmerksame Beobachter. Haben immer aufmunternde Worte und stellen ehrliche Fragen. Schon kleine Probleme der Mitarbeiter nehmen sie ernst. Sodass aus kleinen Problemen keine großen werden.


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Auffälligkeiten direkt ansprechen

Chefs sind auch nur Menschen, denen es schwer fällt mit Konflikten umzugehen. Insbesondere wenn sie sich stark emotional zeigen. Doch es ist äußerst wichtig, Dinge direkt anzusprechen. Lass dabei auf keinen Fall den Chef raus hängen, sondern achte auf deine Signale. Mitarbeiter sind es nicht gewohnt ihre Bedürfnisse zu artikulieren, schon gar nicht gegenüber dem Chef.

Ängste nehmen – Blockaden lösen

Empathie kann man trainieren. Geh in kleinen Schritten auf deine Mitarbeiter zu. Führe ein Gespräch auf Augenhöhe. So können sich Chef ihren Mitarbeitern annähern ohne gleich als Weichei dazustehen. Glaube mir, du verlierst nicht deine Autorität wenn du dich um deine Leute kümmerst. Dein Ansehen aber, das wächst.

Die meisten Arbeitnehmer sehen in ihren Vorgesetzten kein Teammitglied. Sie spüren sogar eine Distanz zum Chef. Eine Tatsache, über es sich lohnt nachzudenken.

Wenn die Arbeit keinen Spaß macht!

Finde heraus welche Arbeit der Mitarbeiter gerne macht. Frag ihn welche Aufgaben er liebt und ob er gerne davon mehr machen würde. Frag ihn ob er einen Vorschlag machen kann, wie die Arbeit besser laufen könnte. Oder ob eine Schulung oder ein Training Abhilfe schafft. Es ist nicht notwendig, die Arbeitnehmer nur zu bespaßen. Aber mehr als die Hälfte der Arbeit sollte den Mitarbeitern schon Freude bereiten. Oder ihnen wenigstens nicht schwer fallen. Setzte deine Mitarbeiter gezielt, und ihren Neigungen entsprechend ein.

Viele Mitarbeiter wären froh, der Chef würde sie überhaupt beachten. Ein Guten Morgen Gruß, ein freundliches Wort, ein kleines Schwätzchen im Fahrstuhl. Die junge, gut ausgebildete Generation legt großen Wert auf flache Hierarchien.

Geize nicht mit Aufmerksamkeit

Finde heraus, welcher Belohnungstyp der Mitarbeiter ist. Vielen reicht eine kleine Aufmerksamkeit zum Geburtstag oder ein Osterei am Gründonnerstag. Andere brauchen ab und zu ein ehrliches Lob um glücklich zu sein. Manche sind pragmatischer und freuen sich über einen neuen Bürostuhl oder ein Headset. Selbst die kleinste Aufmerksamkeit wird von Mitarbeitern wie ein Schwamm aufgesogen – vorausgesetzt sie ist ernst gemeint.

Lob kostet nichts

Chefs können es nicht oft genug sagen, „das Team ist das wichtigste Instrument und ich freue mich, so tolle Leute im Team zu haben“. Warum nicht auch mal zwischendurch loben? Wenn der Teil eines großen Projektes erfolgreich erledigt wurde. Oder das Team mal so richtig gut zusammen gearbeitet hat. Wie fühlst du dich nach einem Lob? Wie aus Wolken sitzend, stimmt´s?

Aufgabenerweiterung & Aufstiegsmöglichkeiten

Die Stellenausschreibung hat es damals aufgezeigt. Spannendes Aufgabengebiet, tolle Karrierechancen… Die Wirklichkeit sieht anders aus? Der Arbeitnehmer ist gefrustet, weil er gerne neue Aufgabenfelder übernehmen würde. Er hat auch schon Ideen wie die Gestaltung und Entwicklung aussehen könnte. Doch leider interessiert sich keiner für seine Vorschläge.

Als Chef solltest du dir dieses Angebot nicht entgehen lassen. Greif zu! Du hast die einmalige Chance eine innovative Erneuerung zu erhalten. Und das kostenlos…

Bespreche im Team wie Transformation aussehen kann. Das stärkt das Teamgefühl und sorgt ganz nebenbei vielleicht noch zu einer Ideenentwicklung.

Das Unternehmen kann dem Mitarbeiter seinen Wunsch zum Aufstieg nicht erfüllen? Es gibt keinen Ersatz für dessen Arbeit… und jemanden einstellen ist finanziell nicht drin?

Suche gemeinsam mit den betroffenen Mitarbeitern nach einer geeigneten Lösung. Wenn die Arbeit von den vorhandenen Angestellten nicht übernommen werden kann (oder vielleicht ganz abgeschafft, z.B. durch Digitalisierung), dann stell eine neue Kraft ein. Der innovativ denkende und motivierte Mitarbeiter holt die Ausgabe durch seine Tatkraft wieder rein.

TIPP: Arbeitsvorgänge kann man digitalisieren, delegieren oder eliminieren.

Interhierarchisches Denken muss von oben kommen. Nur wenn Chefs es zulassen, dass Mitarbeiter gleichgestellt sind, können Transformationen stattfinden.

4. Was passiert durch Anreize, etwa durch höheres Gehalt?

Manche Chefs denken tatsächlich sie könnten Mitarbeiter mit Anreizen, z.B. mehr Gehalt zu mehr Motivation überzeugen. Anreize von außen regen aber nur die extrinsische Motivation an.

Nachteil: die extrinsische Motivation existiert nicht. Es scheint nur als würde es sie geben. In Wirklichkeit stimuliert sie nur das Gewissen und ist deshalb nur von kurzer Dauer.

Noch schlimmer wäre, wenn der Chef Druck ausübt. „Wenn sie nur etwas motivierter wären, könnten wir die Ziele (welche das Management gesetzt hat) bis zum Jahresende erreichen. Wenn wir das nicht schaffen, müssen wir uns von Mitarbeitern trennen!“

Wirklich?…Jetzt mal ehrlich!…Das soll helfen…?

Anna Hinn hat für die Haufe Akademie einen Bericht geschrieben, der zwar Steuerberater betrifft, aber auf Unternehmen anderer Branchen adaptiert werden kann.

5. Employer Branding – wie Unternehmen agile Mitarbeiter für sich gewinnen

75% der Jobsuchenden informieren sich über ein Unternehmen bevor sie sich überhaupt bewerben. Dabei achten sie vor allem auf gute Bewertungen des Arbeitgebers. Aber auch auf die Positionierung des Unternehmens und ob die Branche generell attraktiv ist.

Wichtig sind ihnen dabei,

  • unbefristete Arbeitsverträge sowie flexible Arbeitszeiten,
  • flache Hierarchien,
  • Vereinbarung von Familie und Beruf,
  • Sinnhaftigkeit der Arbeit.

Dabei finden Bewerber es äußerst interessant wenn es Gemeinsamkeiten gibt, im Bezug auf die Unternehmenskultur.

Um die Außenwirkung zu stärken, und somit attraktiv für Bewerber zu werden können Unternehmen

  • in der Presse und den Sozialen Medien Unternehmenswerte und -ziele kommunizieren,
  • Karrieremöglichkeiten und Jobangebote auf der Firmenhomepage implementieren,
  • und regelmäßige Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit durchführen.

Die Wahrnehmung des Unternehmens in der Öffentlichkeit aber auch die Firmenbekanntheit in der Region kann durch Sponsoring, Presseberichte sowie Unterstützung sozialer Projekte erhöht werden.

All dies verbessert die Positionierung auf dem Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber und sorgt für die Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Innovative Unternehmen sind sowohl für Kunden als auch für Mitarbeiter attraktiv.

Frau nachdenklich job

6. Warum Beurteilungen nicht hilfreich sind

Personalgespräche oder Beurteilungen sollten sowohl dem Arbeitgeber als auch dem Arbeitnehmer zugute kommen. Das heißt, der Arbeitgeber kann offen, Wünsche und Kritik zur Sprache bringen. Interessanterweise gibt es zwar ein Gesetz dafür, welches besagt, dass Arbeitnehmer an einem solchen Gespräch teilnehmen müssen. Für Arbeitgeber gilt dieses Gesetz allerdings nicht. Wenn Chefs kein Gespräch wollen, müssen sie mit dem Mitarbeiter auch keines führen. Dem Arbeitnehmer droht die Abmahnung und sogar Kündigung wenn er sich weigert. Ziemlich ungerecht, finde ich.

Auch sonst behält der Arbeitgeber die Oberhand. Er bestimmt Ort, Zeitpunkt und sogar Inhalt des Gesprächs.

Das Thema muss zwar sachlichen Bezug zur Arbeit haben, doch welchen liegt in seiner Hand. Da kann sich das Gespräch um Lob und Anerkennung drehen. Aber auch um Kritik und Verhalten. Gespräche über Weiterbildung oder Gehaltserhöhung sind leider auf dem Fragebogen nicht vorgesehen. Sorry, dafür muss man einen extra Termin mit dem Chef vereinbaren. Aber erst wenn dieser wieder von der Geschäftsreise zurück ist… und, nach dem Urlaub… und, nicht bevor das Projekt abgeschlossen ist… und, dann ist erst mal Weihnachten…also nicht vor Februar.

Wer wirklich an seinen Mitarbeitern interessiert ist, braucht kein offizielles Gespräch. Viel spontaner und damit meist viel ehrlicher sind Gespräche die auch mal zwischen rein geschoben werden. So wie halt gerade Bedarf ist.

Ich weiß das hört sich für viele unvorstellbar an. Doch wirkliche Probleme sollten, nein müssen sofort angesprochen werden. In gegenseitigem Einverständnis kann immer noch ein zusätzliches Gespräch zu einem vereinbarten Zeitpunkt stattfinden.

Die Nase vorn haben die Chefs, der sofort ein offenes Ohr für die Belange der Mitarbeiter hat.

Ich plädiere nicht dafür, Gespräche (mit Termin) abzuschaffen. Im Gegenteil, sie sind äußerst wichtig. Aber Gespräche, bei denen der Arbeitnehmer im Nachteil ist, weil er weder auf Zeitpunkt noch auf Inhalt Einfluss nehmen kann, sind keine Gespräche auf Augenhöhe, sondern nur Wichtigtuerei.

Ich war gerade mal 20 Jahre alt, als ich mein erstes Gespräch zur „Beurteilung meiner Leistung“ hatte. Bis dahin war ich immer stolz auf meine Leistung, meine Chefs und Kollegen waren zufrieden. Nach einer kurzen Unterbrechung von drei Monaten, bat man mich sogar in die Firma zurück zu kommen.

Nun hatte ich einen neuen Abteilungsleiter bekommen, der wohl das Bedürfnis hatte sich zu profilieren. Jedenfalls ging es in diesem Gespräch mal wieder nur darum, auf meinen Schwächen herumzuhacken (kennt man ja von der Schule). Meine Stärken wurden dabei kaum erwähnt.

Auch sonst wurde ich nicht nach meiner Meinung gefragt.

Wie auch, das Protokoll gab das nicht vor. Mehr als 40 Jahre später kann ich mich immer noch an diese unwürdige Situation erinnern. Gerade auch, weil es der Punkt war, ab dem mir meine Arbeit keinen Spaß mehr machte. Das Beurteilungsgespräch war sozusagen der Tropfen…

Übrigens habe ich kurze Zeit später gekündigt. Die Firma (mehrere Filialen im DACH Raum) hat wenige Monate danach Insolvenz angemeldet. Die Angestellten bekamen monatelang keinen Lohn. Super, wenn man sich daran erinnert, wie das Management während der Arbeitszeit Tennis spielen ging um sich danach zum Mittagessen im Restaurant zu treffen. Ja, ja… das Management….

Die allermeisten Mitarbeiter sind anfänglich wirklich motiviert. Achte als Chef darauf, diese Motivation nicht in Demotivation zu wandeln. Ist allerdings ein Mitarbeiter so gar nicht für seine Arbeit zu begeistern und verbreitet auch noch schlechte Laune in der Abteilung. Und helfen Gespräche und Veränderungen der Arbeitsbedingungen nicht weiter, sollte man sich von ihm trennen. Es kann auch nicht sein, dass die gesamte Belegschaft unkollegiales Verhalten mittragen muss. Als Chef hast du immer Verantwortung allen Mitarbeiter gegenüber.

Wie kann Empathie die Motivation beeinflussen?

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