Design Sprints – Design Thinking mit Zeitvorgabe

Design Sprints sind wie Design Thinking, nur mit Zeitvorgabe. 5 Tage haben sich hierbei als besonders effektiv herausgestellt. Sie sind kurz genug um sie im Arbeitsalltag unterzubringen und lang genug um zu einem Ergebnis zu kommen.

Das Team kommt zusammen, um an der Lösung eines Problems zu arbeiten.

Ähnlich dem Design Thinking werden

  • Ideen entwickelt und ausgearbeitet
  • Ideen in Form eines Prototyps umgesetzt
  • die Ideen von Nutzern/Kunden getestet
  • durch Iteration die Lösungen verfeinert

Der Vorteil von Design Sprint allerdings ist die konzentrierte Arbeitsweise und die Schnelligkeit der Ideenentwicklung.

In 5 Tagen zur Lösung

Da der Fokus auf diese eine funktionierende Lösung liegt, bringen die fünf Sprint Tage mehr Erfolg, als monatelange, immer wiederkehrende Meetings. Angewendet können sie dabei von klassischen, technologischen sowie sozialen Problemen. Bei großen aber auch bei kleinen Unternehmen. Die Teamgröße sollte dabei 9 Personen nicht überschreiten. Mehrere Personen können auch in Gruppen arbeiten.

Integration in den Arbeitsalltag

Das Team sollte während der Design Sprint Phasen von der Tagesarbeit freigestellt sein. Da Design Sprints aber auch sehr anstrengend sind, wird in der Regel nicht der gesamte Arbeitstag benötigt. Da bleibt noch Zeit um Mails zu checken oder den einen oder anderen Anruf zu tätigen. Die beste Zeit für Design Sprint ist der Vormittag, da die meisten Menschen da am produktivsten sind.

Vorteile von Design Sprints

  • Die Zeitliche Begrenzung schont Ressourcen und verkürzt den Zeitaufwand. Die Begrenzung sorgt für schnelle Ergebnisse die noch nicht bis ins Detail ausgearbeitet sein sollen.
  • Ein Verzetteln ist durch die kurze Zeit nicht möglich. Sollte das Team allerdings den Fokus verlieren sorgt der Moderator dafür, den Weg wieder zu finden.
  • Schon nach 4 Tagen gehen Ideen in die Testphase. Das erlaubt es, einen Prototypen auch mal zu eliminieren wenn er sich als untauglich herausstellt, ohne zu viel Ressourcen zu verschwenden.
  • Die Kürze der Zeit erlaubt aber auch einen weiteren Design Sprint durchzuführen, um Ideen beispielsweise durch Modifizierung oder Skalierung zu verbessern.

Nachteile von Design Sprints

  • Ein Sprint ist nur sinnvoll wenn die Teilnehmer offen sind für Neues. Das richtige Mindset ist von großer Bedeutung und sollte zu Beginn schon vorhanden sein. Punkte wie Rücksicht und Empathie aber auch Neugier und Offenheit Neuem gegenüber, sollten die Teammitglieder bereits verinnerlicht haben. Es würde zu viel Zeit kosten, den Personen ideenfindende Methoden und die dazugehörende Geisteshaltung zu erklären.
  • Bedingt durch Schnelligkeit und Wichtigkeit sind ein Moderator sowie ein Entscheider nötig, um einen reibungslosen Ablauf einzuhalten. Der Moderator sorgt für den Fluss und die zeitliche Einhaltung der Phasen. Der Entscheider achtet darauf, dass das Team den Fokus nicht verliert. Er ist ebenso für die Fortsetzung des Projektes nach dem Design Sprint zuständig. Beide achten darauf, dass keine unnötigen Diskussionen aufkommen welche dem Team die Kraft rauben würden.

Unterschiedliche Teammitglieder garantieren den Erfolg

So wie im Design Thinking hat sich auch im Design Sprint das heterogene Team, also Teammitglieder mit unterschiedliche Eigenschaften als auch die Teilnahme interdisziplinärer Personen bewährt.

Heterogenes Team – unterschiedliche Eigenschaften

  • Nutzer
  • Macher
  • Querdenker
  • Analytiker
  • Erfahrene

Interdisziplinäres Team – unterschiedliche Fachrichtungen

  • Fachkräfte
  • Experten
  • Führungskraft
  • Betroffene
  • Entscheider
  • Moderator

Die Rolle der Verantwortlichen

Da das Projekt später fortgeführt werden soll ist es wichtig, dass jemand die Verantwortung dafür übernimmt. Sonst wird die Idee, so wie viele andere, im Sand verlaufen.

Ein Projektleiter ist in der Regel für das Projekt verantwortlich und eignet sich deshalb auch gut als Entscheider. Für die spätere Weiterentwicklung ist Scrum gut geeignet. Im Design Sprint wird an der Idee gefeilt – mit Scrum wird sie entwickelt und umgesetzt.

Der Prozessablauf

  1. Tag UNPACK: Das Problem wird definiert und das Ziel bestimmt. Das Wissen der Teammitglieder wird transparent gemacht, Erkenntnisse aus Interviews zusammengetragen und Schwerpunkte gesetzt.
  2. Tag SKETCH: Kurzvorträge der Beispiele aus Lösungen anderer Branchen werden gehalten. Nun ist Zeit für Inspiration, z.B. mit Brainstorming oder anderen Kreativtechniken. Anschließend werden die ersten Lösungen vorgestellt. Es ist wichtig so viele Lösungen wie möglich zu generieren um später eine gesunde Auswahl treffen zu können.
  3. Tag DECIDE: Die Ideen werden bewertet und die vielversprechendsten zusammengetragen. Aus ihnen werden an nächsten Tag die ersten Prototypen erstellt. Ist das Team unschlüssig und neigt zu Verzettlung kommt der Entscheider zu Wort.
  4. Tag PROTOTYP: Jetzt ist Zeit zum Umsetzen der besten Ideen in anschauliches Material. Vorbereitung der Testphase die am nächsten und somit letzten Tag stattfindet.
  5. Tag TEST: Die potenziellen Tester werden mit dem Prototyp vertraut gemacht. Ideen die sich jetzt schon als unbrauchbar herausstellen werden verworfen. Die erfolgversprechenden Lösungen werden verbessert und durchlaufen weitere Verbesserungsphasen. Solange bis die Nutzer zufrieden sind.

Design Sprint vs. Design Thinking

Design Sprints eignen sich am besten für Probleme, dessen Ziel schon grob definiert ist. Für die Ausarbeitung von Details sind Design Sprints nicht geeignet. Um neue Ideen zu entwickeln und zu Innovationen zu generieren ist Design Thinking besser geeignet. Hierfür muss ein größerer zeitlicher Rahmen gesetzt werden.

Verbesserung der Teamarbeit in Unternehmen

Wenn ein crossfunktionales Team eine Woche intensiv an der Lösung eines Problems arbeitet, dann schweißt das ganz schön zusammen. Es gibt dem Arbeitsklima nochmals einen besonderen Kick. Auch die Abwechslung im Arbeitsalltag sorgt für wertschöpfende Weiterentwicklung. Ein schöner Nebeneffekt der Design Sprints.

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